4.4.2.7 Dexamethason-KurztestFenster schließen

Indikation:
Cushing-Syndrom, Differentialdiagnose Cushingoid im Rahmen einer Adipositas (Variante A mit 2 mg Dexamethason:normale Hemmbarkeit der ACTH Sekretion durch negativ Feedbackmechanismus); (Variante B: Hemmung der ACTH Sekretion durch Steroiddosen wie sie für das hypothalamisch-hypophysäre Cushing üblich sind)

Abnahmematerial:
jeweils 1.5 ml Serum (entsprechend mindestens 4 ml Vollblut) basal um 8.00 Uhr und 24 Stundenwert (wiederum um 8.00 Uhr)

Testdurchführung Variante A:
Abnahme eines Basalwertes gegen 8.00 Uhr, orale Gabe 2 mg Dexamethason (Fortecortin ®) zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr, am nächsten Morgen 8.00 Uhr Abnahme des zweiten Wertes.

Testdurchführung Variante B:
Abnahme des Basalwertes um 8.00 Uhr, Gabe von 2 mg Dexamethason (Fortecortin®) alle 6 Stunden zu den Zeit¬punkten 8.00 Uhr, 14.00 Uhr, 20.00 Uhr, 2.00 Uhr. Zweite Blut¬abnahme um 8.00 Uhr morgens des nächsten Tages.
Testergebnis normal: 24 Std.-Wert: <50% des Basalwertes

Hinweise: Beim Cushing-Syndrom ist mit 2 mg Dexamethason keine Suppression erreichbar. Mit 8 mg Dexamethason (s. Variante B) ist beim hypothalamo-hypophysären Cushing-Syndrom in der Regel eine Hemmung zu erwarten. Bei Cushing aufgrund eines autonomen Cortisol-produzierenden Nebennierenrindentumors oder ektopischer ACTH-Bildung fehlt hingegen die Supprimierbarkeit.
Achtung: Bei Patienten mit schwerer Depression ist in über 40 % der Fälle auch bei 8 mg Dexamethason keine Supprimierbarkeit feststellbar! Testwiederholung mit bis zu 32 mg Dexamethason.
Cave: Bei chronischem Alkoholismus ist die Dexamethason supprimiernde Wirkung stark vermindert oder aufgehoben. Dies ist auch in 15 % der Adipositas der Fall.