4.4.2.20 TRH Test Fenster schließen

Indikation:
Inkomplett supprimierte bzw. fraglich erhöhte TSH Konzentrationen; Differenzierung hypophysärer Hypothyreosen
Abnahmematerial:
Je 0.5 ml Serum (entsprechend mindestens 2 ml Vollblut) vor TRH Injektion und nach 30 min zur Bestimmung des TSH Wertes
Testdurchführung:
i.v. Gabe von 200 μg TRH bei Erwachsenen und 7 μg/kg Körpergewicht bei Kindern.
Referenzbereich:
Anstieg 2,5 -25 mU/l. über den Basalwert. Bleibt der Anstieg < 2 μg/dl so ist von einer Hyperthyreose auszugehen, bei Ansteigen > 25 ng/dl über Basalwert liegt eine Hypothyreose vor (manifeste Hypothyreose bei erhöhtem TSH Basalwert, latente Hypothyreose bei normalem Basalwert) (s. auch Tabelle 14)

Tabelle 14:
Bewertung des TRH Testes:

TSH basalAnstieg nach TRH fT3, fT4Bewertung
0.25 - 52 - 25normalEuthyreose
0.25 - 5> 25normal/erniedrigtlatente Hypothyreose
0.25 - 5< 2normal/erhöhtlatente Hypothyreose
<0.25< 2normallatente Hypothyreose
<0.25< 2erniedrigtHypothyreose (sehr selten)*
> 5> 25erniedrigtmanifeste Hypothyreose
> 5> 25erhöhtTSH prod.Hypophysentumor/ Rezeptordefekte

Diagnostische Problemfälle:
* „low“ oder non-responder“ (schwerstkranke, multimorbide Patienten und Greise). In diesen Fällen lässt sich nicht automatisch auf eine Hyperthyreose schließen. ** Der Test kann bei Thyroxinmedikation ausfallen. Die Gabe von Glucocorticoiden, Acetylsalicylsäure, L-Dopa und Prolactinhemmern schwächen die TRH Wirkung bis auf Null ab. Metoclopramidgabe verstärkt die TRH Wirkung (überschießende Reaktion fälschlicherweise im Sinne einer latenten Hypothyreose).
Achtung: TRH stimuliert auch die Freisetzung von Prolactin (besser: Metoclopramidtest)